Nur Bäume
Silbern bricht das Licht des Mondes durch ihre
Zweige und glitzert auf den Wellen des Stromes,
an dessen Ufer sie sich so stolz erheben.
Wie viele Jahre standen sie nun schon dort?
Wie viele Geschichten könnten sie uns erzählen?
Oft haben wir uns diese Frage gestellt, als wir an warmen
Sommertagen in ihrem Schatten ruhten.
Und auch jetzt, wo ich wieder hier an diesem Ort,
nur wenige Minuten und doch Jahre von zuhause entfernt stehe,
stelle ich mir diese Frage wieder.
Erinnern sie sich gerade an dich mein Freund -
wie ich es tue?
Erfährst du in ihren Nachtwindoden den Hauch von Unsterblichkeit
den zu finden, dir hier auf Erden nicht gestattet war?
Fast glaube ich dich hier zwischen ihren tröstenden Stämmen wieder
an meiner Seite zu spüren.
Aus dem Rascheln ihrer Blätter scheint mir dein Lachen zu klingen.
Du verspottest mich ob meiner hochtrabenden Gedanken.
„Es sind nur Bäume.“, sagst du.
Ja - nur Bäume.
Paläste bauten wir aus ihnen,
Labyrinthe in denen Drachen hausten,
Einhornwälder.
Spielgefährten unserer Kindheit.
Bäume unter denen wir unsere Schätze begruben und später,
ersehnt und doch unverhofft,
den Größten fanden.
Hüter unserer Träume.
Bäume unter denen wir unsere Kindheit,
in den Armen des anderen,
zum Schlafe betteten,
um in den Sonnenuntergang blinzelnd – erwachsen –
zu erwachen.
Vertraute unseres Erwachsenwerdens.
Nun liegst du wieder hier unter ihnen,
in einem Schlaf aus dem nur Engelsposaunen dich wieder erwecken können.
Und sie wachen über dich,
bis zu jenem Tag, an dem diese erklingen.
‚Nur Bäume.’, sagtest du.
Spielgefährten unserer Kindheit,
Hüter unserer Träume,
Vertraute unseres Erwachsenwerdens,
Wächter deines Grabes.
Der Nachtwind streichelt meine Tränen fort,
während ihre raschelnden Blätter mit mir um dich weinen.
‚Nur Bäume.’, sagtest du.
Spielgefährten unserer Kindheit,
Hüter unserer Träume,
Vertraute unseres Erwachsenwerdens,
Wächter deines Grabes,
Gefährten meiner Trauer
© Monika De Giorgi
Welt der toten Helden
Hey, weißt Du noch?
Die Doors man, der Wein man, der Whiskey und der Tanz, der Tanz der Schamanen.
Hey, weißt du das alles noch?
Kannst Du Dich erinnern man?
Die Realität war eine andere Dimension.
Wir lebten in unserer Welt.
In der Welt der toten Helden.
Wir liebten uns in dieser Welt.
In der Welt der toten Helden.
Unsere Welt war geil. Sie war göttlich.
Es gab keine Tabus, keine Angst.
Es gab nur Glück. Pures Glück.
Manchmal steifte uns die reale Welt,
dann drohte sich unsere Welt in Luft aufzulösen.
Aber wir hielten sie immer wieder zusammen fest.
Wir waren nicht wir!
Wir waren nur Helden in einer schon längst toten Welt.
Erinnerst Du Dich an die Schmetterlinge in Deinem Bauch
als Du eine blonde Fee mit blauen Augen das erstemal küsstest?
Sie flogen mit uns in diese Welt.
Noch wussten wir nicht, dass diese Welt schon längst tot war.
Wir ließen uns einfach treiben.
Und wir waren glücklich man,
glücklich in der Welt der toten Helden.
Der Schmerz war süß und das Lächeln trocken.
Wie der Wein den wir tranken.
Aber es war unsere Welt man.
Wir spürten die Magie und das Feuer.
Wir pflanzten keine Blumen, wir wollten Wälder.
In Wäldern fühlen Wölfe und Feen sich zu Hause.
Es war unsere Welt.
Die Welt der toten Helden.
Wir genossen jeden Augenblick.
Ob er gut oder schlecht war.
Wie den Wein, wie den Whiskey den wir tranken.
Oft dachte ich, das ist alles nur ein Spiel.
Aber es war kein Spiel
Es war unser Leben, man.
Unser Leben in einer anderen Welt.
In der Welt der toten Helden.
Wir versuchten unseren Wald zu pflanzen.
Aber in toten Erde kann nichts gedeihen.
Warum merkten wir es nicht?
Nein, wahrscheinlich war sie zu gut diese Welt.
Du wolltest dann weiter mit "Ihr" in dieser Welt leben.
Aber "sie" hat es verstanden.
Sie hat es gespürt, dass jene Welt schon längst tot ist.
Sie hat Dich da rausgeholt und in die sichere, reale Welt gebracht.
Der Drache hat gesiegt!
Anfangs viel es uns schwer uns von unserer Welt ganz zu trennen.
Wir suchten sie immer wieder auf.
Doch der Wolf verzehrte sich nach dem Drachen.
Und die Fee brauchte den Wolf.
Es war Chaos.
In dieser und unserer Welt.
Das Stück ist nun zu Ende.
Die Wirklichkeit hat uns beide wieder.
Die Dimensionen der Welt der toten Helden glimmt nur noch
und langsam zerfällt sie zu Asche.
Die Tore der Wahrnehmung schließen sich!
Das Stück ist nun endgültig vorbei.
"Wach endlich auf" Das sind Deine Worte man.
Aber es sind auch meine Worte an Dich.
Hey, Chris wach endlich auf!
Das Leben wartet auf uns beide.
Ich werde immer eine Fee bleiben,
wenn auch in dieser Welt.
Und Du, wirst Du als Wolf krepieren
oder als Mensch glücklich werden?
Ich wünsche es Dir Süßer!
Ich wünsche es Dir wirklich von ganzem Herzen.
In dieser Welt.
Denn die Welt der toten Helden
existiert nicht mehr.
"Der Tod frisst die Liebe, aber die Magie stirbt nie!"
 © Rekta 2006
Kann nicht mehr/Hass/Zusammenbruch
Ausgebrannt, von Liebe verlassen
Verbitterter Zorn treibt mich, zu hassen
Kenne meine Gefühle nicht mehr
Erfüllt von Schmerz und doch schmerzvoll leer
Mein Herz sucht nach Geborgenheit
Verzweiflung weiß um dessen Dringlichkeit
Wo kann ich sie finden, von Sehnsucht geplagt
kann keiner mir geben, wonach ich gefragt
Gefragt hab ich, geschrieen, geweint
Ist Liebe die Hölle? Ist nichts wie es scheint?
Von Zweifeln zerfressen, von Abscheu gequält
Kann nicht mehr erkennen, was wirklich zählt
Keine Vernunft mehr, Hass macht mich blind
Wehrlos wie ein Baby, machtlos wie ein Kind
Kann mich nicht retten aus meiner Not
Meine Seele in Scherben, mein Vetrauen längst tot
Kann nicht mehr glauben, kann nicht verzeihn
Ist das jetzt mein Leben, will ich das sein?!
Bin kampfesmüde, der Schmerzen leid
Doch der Weg, den ich gehn muss noch unendlich weit
 © ladybright 10/2004
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