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V-Point | Zurück in die Zukunft Was darf man von der Gesellschaft erwarten? Und was kann man dafür tun, um als Individuum seine Lebensphilosophie ohne Einschränkungen oder Repressalien jedweder Art zu LEBEN? 1985: Ich dachte, wenn ich mal 37 bin, hat sich die Welt sicher mächtig verändert und ich mich in ihr. 2005: Infrarottechnik, Computer-Technologie, Einsatz von Marssonden, Abhörtechniken des BKA's, Biometrische Erkennung, Bioelectronic Devices, SmartCards, BlueTooth, Digitalcameras, Flatscreens, Quantenphysik, Nanotechnologie... Scheinbar sind wir pünktlich in der Zukunft angekommen. Zurück zu den Menschen, bzw. zur "Gesellschaft" [Für konkrete Anwendungen des Begriffs wird die Grenze der Gesellschaft wegen allzu schlecht bestimmbarer Allgemeinbegriffe meist da angesetzt, wo (vermeintlich) die Gemeinsamkeit endet...| Quelle: wikipedia]. Mal abgesehen von den erfolgreichen "Outings" der Schwulen- und Lesbenszene und der dadurch leicht gesteigerten Akzeptanz gegenüber Homosexuellen, hat das gesellschaftliche Verhalten sich in meinen Augen in all den Jahren nicht gravierend verändert. Hier scheint sich beinahe nichts getan zu haben, und durch die Entwicklungen in den letzten 5 Jahren ist sogar ein Rückgang von ideellen Werten zu bemerken. Naturschutz, Tierliebe und das zumindest gesellschaftlich diskutierte Thema "Toleranz" [welches selbst mir schon zum Hals heraushängt, weil eben gerade die sich nicht herbeidiskutieren lässt], scheinen veraltete Werte, die in einer Welt mit Hartz IV, dem Teuro und dem allgemeinen Niedergang der Sozialen Demokratie schon beinahe zu einer Art skurrilem Hobby zu verkommen. Genau aus diesem Grund hat sich die Darkwave-Gruppierung in 20 Jahren nicht selber überholt, sondern sich zu einer noch grösseren Community, die nun auch durch Einflüsse der S/M und Mittelalterszene bereichert wurde, zu einer breit gefächerten Gothic-Szene entwickelt. Doch noch immer bedienen sich die Medien aus der uralten Mottenkiste "Satanisten", wenn über unsere Weltsicht berichtet wird. Scheinbar gesellschaftlich nicht existent, tauchen wir nur dann auf, wenn Familie Ruda einen Arbeitskollegen aus W. ermordet, ein paar Jugendliche in Schwarz auf dem Friedhof randalieren, oder -das beliebteste Thema, Sex sells- eine junge Frau von selbsternannten Satanisten geschändet wird. Ich muss nicht extra erwähnen, dass B. Sonnenschein seine Tochter nachts im Bett besucht, und S. aus H. darüber nachdenkt, sich und seine Familie auszulöschen, und ca. 99% der Verbrechen vom netten und unauffälligem Nachbarn begangen werden.. In der Gothic-Szene gibt es keine Dunkelziffer. Wenn hier etwas "passiert" ist das Set schon aufgebaut. Eilig werden die Wohnungen der schwarzen Täter abgefilmt und siehe da: allesamt Mörder, sieht man doch. DAS sollen wir sein? DA halten wir noch immer still? Sind wir nicht auch alle so geworden, WEIL wir unter Vorurteilen und dem Kammscheren leiden? Genau das ist es doch, was die Gesellschaft in unseren Augen so "unerträglich" und "krank" macht, dieser behäbige Medienglaube, "ach, guck mal, da ist wieder so ein satanischer Mörder mit dem Teufelszeichen um den Hals" und damit sind wir abgehakt? Ein grosser friedlicher Haufen Menschen, die still die Gewaltfreiheit LEBEN, nicht propagieren, die ein unheimlich poetisch-kreatives Potential ihr Eigen nennen, welches UNERKANNT im Untergrund lebt? Die Gothic-Szene ist eine stille und ruhige, in sich gekehrte Gruppierung, die lieber unter sich bleibt, als sich stets aufs neue dem vorurteilsbehafteten und oberflächlichem Geschwätz zu stellen. Davon lebt sie auch, eine Exclusivität ist hierdurch nicht von der Hand zu weisen. Gerade das macht sie aus, die still gelebte, innere Exzentrik. Ich denke jedoch, es ist an der Zeit, UNSERER Zukunft ein wenig auf die Sprünge zu helfen, und zumindest mit dem völlig falschen Bild der Gesellschaft von uns aufzuräumen. Natürlich sind Prospekte, in denen T-Shirts mit dem Konterfei von Charles Manson angeboten werden, diesem Vorhaben nicht gerade zuträglich. Oft komme ich hierdurch in Erklärungsnot, warum es das bei "uns" überhaupt gibt. Denn das Vorhaben des "Schocken wollens" ist ja durch die existierende breite Meinung gar nicht mehr nötig, es gibt ja schon die Rudas... Was ich also möchte, ist nach jahrelangem stillen Ertragen der Vorurteile, bzw. bei Personen, an denen einem was liegt, eine ganze Palette an Vorurteilen kennen zu müssen, um diese in ständig gleicher Manier Punkt für Punkt zu wiederlegen, endgültig auch selber in der Zukunft anzukommen. Hier bin ich -here i am- und ich möchte gefälligst so denken, wie es mir gefällt und noch mehr: So akzeptiert werden. Soviel zu meiner Intention dieser Rubrik V-Point Hier noch ein Link: gothic-->wikipedia Copyright 2005 | Marcia
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